Adblocker-Nachlese

Das Thema Adblocker ist offensichtlich ein ganz großes Reizthema. Zumindest habe ich mit meinem gestrigen Blogeintrag »Adblocker – ein Kollektivgutdilemma« ein Wespennest angestochen, das einen für meinen Blog ungekannten ,Web-2.0-Shitstorm‘ nach sich gezogen hat. Enorm viele Kommentare und Abrufzahlen, die ich sonst nur nach einer Bildblog-Verlinkung erreicht habe:

Da großes Interesse am Artikel besteht, möchte ich die Möglichkeit nutzen, in dieser Nachlese noch ein paar Dinge anzumerken, klarzustellen und zu kommentieren.

Das Recht, ein Trittbrettfahrer zu bleiben

Ich verstehe durchaus, dass Leute aus Bequemlichkeit einen Adblocker nutzten. Die gleiche Bequemlichkeit, wegen der man mit dem Auto zum Bäcker oder Kiosk fährt, obwohl man auch das Fahrrad nehmen könnte. Eigentlich weiß man, dass es schlecht ist, man macht es trotzdem. Die – und damit sind wir wieder bei meinen skizzierten Modell – Nettoauszahlungen sind für das Individuum höher. Ich teile diese Meinung nicht, kann sie aber nachvollziehen.

Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist, dass Leute ohne schlechtes Gewissen und geradezu militant auf ihr Recht pochen, Adblocker zu nutzen. Keine Spur von »Ja, ich weiß, das ist eigentlich doof, aber eben auch so bequem«. Eine einsichtige Haltung löst das Problem zwar nicht, würde aber zumindest meinerseits eine gewisse Empathie hervorrufen.
Die kompromisslose Beharrlichkeit, im vermeintlichen Recht, ein Trittbrettfahrer zu bleiben, löst bei mir hingegen nur Unverständnis aus.

Vollmundige Versprechen

Fakt ist, Webinhalte kosten Geld. Die Kosten für den Traffic liegen monatlich blitzschnell im fünfstelligen Euro-Bereich. Und ich meine hier nicht die 1&1-Selbstbastel-Homepage, sondern große Seiten mit redaktionellen Inhalten. Der wohl deutlich größere Kostenposten sind aber die Gehälter für Redakteure, Content-Manager, Webdeveloper und Sales-Mitarbeiter.

Des Öfteren kam der Einwand, das Geschäftsmodell würde eben nicht mehr funktionieren und die Inhalte nicht gefragt, wenn man nicht genug mit Werbung einnimmt.
Wenn die Inhalte nicht gefragt wären, warum werden die Texte im Web jeden Monat millionenfach angeklickt? Wenn sie doch ach so schlecht sind, dass man dafür partout keine Werbung akzeptieren will, warum besucht man die Seiten dann überhaupt? Das Geschäftsmodell funktioniert darüber hinaus bei den Leuten ohne Adblocker einwandfrei. Das Tauschsystem, Inhalte gegen Werbung, klappt nach wie vor.
Leute, die nicht einmal bereit sind, Werbung für kostenlose Inhalte zu akzeptieren, erklären dann vollmundig, sie würden natürlich selbstverständlich großzügige Spender sein. Wer sich nicht einmal zum Unterlassen einer kostenfreien Handlung aufraffen kann, der wird wohl kaum aktiv Geld zahlen. Flattr ist super, wird aber keine große Redaktion finanzieren können.

Wer Adblock sagt, muss auch Spam sagen?

Am amüsantesten und undurchdachtesten fand ich jedoch den Einwand, wer Adblocker ablehnt, müsse in Konsequenz auch Spam und Postwurfsendungen lesen. Hier bekomme ich aber im Gegenzug keinerlei interessanten Content, sondern ausschließlich Werbung. Außerdem werden die unaufgefordert zugesandt. Im Internet fordere ich die Inhalte aber aktiv an und, ja, auch das Aufrufen eine Startseite ist das aktive Anfordern von Inhalt.

Wer übrigens durchaus nachvollziehbare Leseprobleme bei blinkenden Flashwerbungen hat, dem empfehle ich die Reader-Funktion (Safari, gibt‘s auch als Firefox-Addon). So wird die Werbung ausgeliefert, den eigentlichen Content kann man damit dann aber nach einen Klick schwarz auf weiß, lesbar und augenfreundlich ohne nervigen Schnick-Schnack lesen:

Eine GameStar.de-News mit der Reader-Funktion in Safari.

Abschließend möchte ich noch klarstellen, dass ich zwar mal beim IDG-Verlag angestellt war, aber mittlerweile nur noch selten als freier Autor tätig für GameStar/GamePro bin. Auf die Gestaltung der Seite, die Platzierung der Werbung und vergleichbare Entscheidungen habe ich keinerlei Einfluss. Darüber hinaus kann ich weder für den Verlag sprechen, noch repräsentiert meine Meinung zwangsläufig die der IDG-Mitarbeiter.

Ich freue mich stets auf weitere Kommentare und Meinungen.

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9 Responses to Adblocker-Nachlese

  1. avatar timo says:

    Schön, dass du den Strang weiterführst!

    Ich finde mich leider in keiner der von angegebenen Gruppen wieder.

    >Des Öfteren kam der Einwand, das Geschäftsmodell würde eben nicht mehr funktionieren und die Inhalte nicht gefragt, wenn man nicht genug mit Werbung einnimmt.

    Dies ist jedenfalls nicht mein Einwand, wie ich vor kurzem nochmal versucht habe zu erklären. Die Inhalte sind noch gefragt, das Geschäftsmodell geht aber an der technologischen Realität vorbei. Internet-Präsenz und digitale Information sind ein kosnteloser Service, dessen Abwesenheit sich Medien-Unternehmen sich nicht leisten können. Das ist ein Phänomen unserer Zeit. Erstmals ist es nicht möglich, dem Konsumenten alles so vorzusetzen, wie es die Konzerne meinen zu benötigen. Und da müssen und werden sich neue Mechanismen entwickeln.
    Bei Spielen ist das schon weitgehend passiert (Stichwort: Free-to-play). Werbung ist auch da kein Ansatz gewesen, sich zu finanzieren. Als in Online-spielen Werbung eingeblendet wurde, um Server zu finanzieren, waren die Hacks und Sperren nicht weit.

    Ich glaube, da etabliert sich gerade etwas. Man kann zB vermuten, dass die spielenden User der jüngeren Generation der digital natives angehören, mit der Vermittlung des free-to-play-Ansatzes groß werden und diesen später auch für anderen Content übernehmen werden. Halte ich nicht für zu abwegig.

    Anyways: Werbung als Refinanzierung gehört sicher nicht die Zukunft. Nicht im Fernsehen und nicht im Internet.

    Keep going! 🙂

  2. avatar Das Hassobjekt says:

    Vorweg: Wir sind uns absolut einig, dass Werbung das finanziert, was wir genießen möchten. Mir geht es aber ums „wie“ nicht ums „ob oder ob nicht“.
    „Je mehr Leute Adblocker nutzen, desto zahlreicher und aggressiver muss die Werbung werden“
    Also die Logik hätte ich gerne mal erklärt bekommen. Das hört sich nämlich für mich stark nach „Je mehr sich ein Igel zusammenkauert desto mehr müssen wir auf ihn eintreten“ an.
    Ganz klare Aussage: Wenn es keine Vollbildvideos mehr gibt, die sich mir vor die Seiten schieben und kreischende Gummifrösche vor dem Text herumhüpfen, oder sonstiger Schwachsinn, der mir ins Gesicht springt werde ich Adblocker nutzen und sie werden das erste sein, was ich bei einem neuen System -egal ob bei mir oder jemand anderem- im Browser installiere.
    Da mach ich vorher noch selber meine eigene Gaming-News-Seite auf, bevor ich den deaktiviere. Da bin ich militant, da bin ich stur. Und zwar ganz genau in dem Maße, wie es die Werbung auf entsprechenden Portalen ist.
    Es kann einfach nicht (im Sinne der Seiten) sein, dass bestimmte Arten der Werbung Nutzer regelrecht attackieren.
    Werbung, die eine Seite finanziert sollte nicht die Hand beissen, die sie füttert, sondern angenehm und ansprechend sein.
    Textblöcke oder Banner links und rechts vom Text bzw darunter (NICHT DARÜBER) sind kein Problem sondern Teil der Seite für den ich vollstes Verständnis habe.
    Aber (besonders durch Beiträge wie deinen) das wird wohl so schnell niemand der Verantwortlichen begreifen. Schade.
    Ich bin übrigens gerne bereit Gamestar.de in meine Ausnahmen-Liste zu setzen, weil ich dort sehr gerne die Beiträge lese und die Videos ansehe. Aber eben auch nur dann, wenn dieser Mist von kriegerischer Werbung ein Ende hat.
    Übrigens an dem Tag, an dem es mal keine dieser Epilepsie-hervorrufenden Horror-Flash-Werbe-Gedönse-Zeugs mehr gibt, werde ich jedes andere Werbefeldchen anklicken bis mir der Zeigefinger weh tut auf allen Seiten, die mir auch nur ein bisschen was bedeuten. (mal schauen ob wir den Tag je erleben werden…)
    Sollte es so sein, dass dieser Tag schon gekommen ist, und ich ihn nur verpasst habe durch meinen Adblock, bitte ich ausdrücklich darum mich direkt per Email zu kontaktieren.

  3. avatar Wanderer says:

    Vorneweg: Ich benutze einen Flashblocker und denke mit Unbehagen an die Zukunft, wenn HTML5 Flash obsolet und ein Blocken aufdringlicher Inhalte wieder schwerer machen wird. Somit gehöre ich auch zu der Fraktion der partiellen Werbeverweigerer.

    Deine Überlegungen habe ich mit Interesse gelesen, allerdings idealisiert Du stark und ignorierst die Vielzahl an Defekten, die das Geschäftsmodell „Inhalte gegen Werbung“ hat. Ads wirken durch Wiederholung, Aufdringlichkeit und Auffälligkeit. Ein Markenname oder eine Werbebotschaft kann auch einem nicht aufmerksamen Menschen über diese Mechaniken eingeprügelt werden. Insoweit würde ich das Geschäftsmodell eher als „Inhalte im Tausch gegen Wahrnehmungsbeeinflussung“ bezeichnen.

    Was mich am Geschäftsmodell stört, ist aber weniger diese Manipulation als solche als vielmehr die immer wieder auffallende Dreistigkeit der Darreichungsform. Wenn ich Webseiten mit dem Besuch eines Chorkonzerts vergleiche, benehmen sich Ads oft wie laute Marktschreier, die vor und während der Aufführung ständig so laut dazwischenrufen, dass die eigentliche Aufführung entwertet wird. Blöderweise ist meinem Verständnis nach die psychologische Wirksamkeit eines Ads umso besser, je mehr es sich „danebenbenimmt“, d.h. es gibt für Werbetreibende Effizienzanreize, sich unangemessen zu verhalten (auch hier mag man einen Trittbrettfahrereffekt erkennen, wenn sich grenzverletztend verhaltene Ads zwischen akzeptiertere Darreichungsformen mischen).

    Alle mir aufgefallenen Defekte des Geschäftsmodells aufzuzählen, wäre eher eine Sache für einen eigenen Blogbeitrag. Einen Defekt will ich aber mal exemplarisch darstellen. Beispielsweise habe ich als Marktteilnehmer bisher kaum Möglichkeiten, mich abgestuft zu beteiligen, indem ich z.B. nur die störendsten Werbungsformen ablehne und andere zulasse. Mir wird der gesamte Content oder gar keiner angeboten, und ich kann meist – ohne den täglich wechselnden Nerv-Faktor im Vorfeld zu kennen – die Werbung nur als Ganzes oder gar nicht blocken. Das neue Adblocker-Feature ist ein Schritt in die richtige Richtung, nämlich zu abgestuften Reaktionen. Es erleichtert das „Bezahlen“ für Inhalte.

    Einen positiven Effekt möchte ich ebenfalls ansprechen: Für die Werbewirtschaft wird ein interessantes (unvollkommenes) Feedback neu geschaffen. Bisher kann als Qualität einer Werbung nur der Grad der Wahrnehmungsbeeinflussung gemessen werden, was ja möglicherweise umgekehrt proportional zu meiner Akzeptanz der Werbeform ist. Derzeit kann es ja sogar gewünscht sein, mich zu „nerven“, weil die Werbebotschaft dann effizienter bei mir hängen bleibt. Demnächst gesellt sich jedoch auch die Akzeptanz/das Blockverhalten einer Werbeform als Erfolgskriterium hinzu. Ich fände das toll, weil hier eine positive Proportionalität zwischen Erfolg eines Werbemittels und meiner Akzeptanz desselben besteht.

  4. avatar pepsodent says:

    Nachdem ich über einen nicht mehr nachvollziehbaren Umweg, diesen Blog gefunden habe, möchte ich auch direkt mal nen Kommentar zu einem zwar schon recht alten, aber aufgrund der Thematik natürlich immer wieder und noch aktuellen Artikel schreiben.
    Ich hasse Werbung. Ich kann Texte mit blinkender Werbung drumrum (und welche Werbung blinkt heutzutage nicht?) einfach nicht lesen. Geht nicht. Konzentrieren nicht möglich.
    Das führt also zu folgenden Möglichkeiten:
    a) Ich geh wieder weg und lese nix auf dem Blog.
    b) Ich mach Adblock an.
    In beiden Fällen kriegt der Seitenbetreiber keinen Verdienst durch Werbung.
    Wenn es für Seitenbetreiber so unerträglich ist, dass Leute mit Adblocker die Inhalte sehen, dann können die doch bestimmt diese Leute blockieren.
    Ich sehe immer wieder irgendwelche Mitteilungen eingeblendet, dass ich doch bitte den Adblocker ausschalten soll. Wenn also das geht (feststellen, dass ein Adblocker da ist, und einblenden eines abweichenden Inhalts), dann sollte doch auch eine komplette Inhaltssperre gehen.
    Warum wird das nicht gemacht?
    Alternativ kann man auch gerne einen Spendenknopf einrichten.
    Oder sonstige Bezahlmöglichkeiten.
    Ok, es gibt Flatter, aber da muss ich mich wieder irgendwo anmelden und von dem externen Betreiber meine Daten sammeln lassen und ich kann auch gar nicht so richtig kontrollieren, wer wieviel von mir kriegt, und ich muss immer dran denken, auch auf den Flattr-Knopf zu drücken. Find ich doof.
    Und ja, ich bezahle gerne für Inhalt, den ich im Internet konsumiere und der mir wichtig ist. Ich bezahl für Gamersglobal, ich bezahl für 4players, ich habe für Wikipedia was gespendet und und und….

    Ich finde dieses Jammern bezüglich der abblockenden Leser leider etwas armselig. Immer heulen, dass man durch keine Werbung keine Einnahmen hat, aber auch nicht konsequent durchgreifen gegen die Blockierer.
    Zwingt die Leute doch, Adblock auszuschalten, zu bezahlen, oder eben wegzugehen, aber liefert nicht immer brav diesen Leuten euren Seiteninhalt und meckert gleichzeitig.
    Dass keiner so rigoros durchgreift, kann doch nur heißen, dass auch ein adblockender Leser einen Wert hat. Was soll also das Jammern?
    Wie auch immer.

    Jedenfalls finde ich den Tipp mit dem Reader-Addon sehr nützlich und gut. Hab das auch direkt installiert und erste Test sehen prima aus. Etwas umständlich und ungewohnt, aber wenn damit allen geholfen ist, dann kann ich das nur unterstützen.
    Adblock ist damit erstmal deaktiviert.

  5. avatar Martin Krohn says:

    Ich bekenne mich Adblock Nutzer zu sein und das bin ich mitlerweile aus Überzeugung. Mir geht diese extrem aggressive Werbung einfach nur noch auf die Nerven. Klar das auffälligste sind schrille, bunte und oftmals auch noch vertonte Flash Werbungen die einfach nur in den Augen wehtun. Aber das ist doch ehrlich gesagt nur die Spitze des Eisbergs. Genauso nervig sind doch im Endeffekt Popups wo ich erstmal noch 10 Sekunden nach dem Kreuz zum schließen suchen muss. Solche Werbung halte ich für unseriös und Seiten die solche Werbung einsetzten werden bei mir meiner Meinung nach zurecht geblockt. Seiten die solche Werbung nicht verwenden setze ich gerne auf die Ausnahmeliste. Werbung an der Seite ist für mich absolut in Ordnung, sie stört nicht wirklich weil sie nicht aufdringlich ist. Ich sehe nicht den Zusammenhang zwischen mehr Adblockern und mehr aggressiver Werbung. Das beste Beispiel für mich das dieser Zusammenhang nicht existiert ist für mich das Fernsehen. Auf vielen privaten Sendern ist die Werbung mehrfach so laut wie das eigentliche Programm und das wurde im Laufe der Zeit immer schlimmer. So schlimm das jetzt die EU auf dieses Problem reagiert hat. Das ganze bezeichnet man als Loudness War, könnt es ja mal in Wikipedia nachlesen. Apropros Wikipedia, ich bin als Adblocknutzer bereit für gute Seiten die ich nicht mehr vermissen möchte zu zahlen, deshalb Spende ich seit geraumer Zeit jedes Jahr an die Wikimedia Foundation damit die Seite Wikipedia auch weiterhin ohne Werbung existieren kann….

  6. avatar Alex says:

    Stört dich eigentlich auch NoScript? Immerhin blockiert das doch sicher auch Werbung, wenn die mit JavaScript ausgeliefert wird. Aus Sicherheitsgründen würde ich aber sicher nicht mehr auf NoScript verzichten. Deine Seite funktioniert beispielsweise wunderbar ohne die Skripte von twimg, twitter und facebook.

    Das ist auch generell ein Aspekt, der mir auch an ABP gefällt. Sachen die ich nicht benötige werden gleich nicht geladen und somit vermindert sich das Sicherheitsrisiko. Das ist natürlich wieder vor allem bei Flash und JavaScript interessant.

    Eine andere Sache wäre da auch noch die Profilbildung, bzw. Datenschutz. Bin mir da sicher, dass die Werbeanbieter dasselbe machen wie Facebook beim ‚Like-Button‘.

    Um jetzt auch noch ganz kurz mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Damit die Seiten Geld verdienen muss die Werbung nur geladen werden, habe ich das richtig verstanden? Also ich muss sie weder ansehen (kann sowieso noch nicht festgestellt werden), oder anklicken?
    Falls dem so ist, dürftet ihr doch mit Chrome keine Probleme haben. Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber soweit ich weiß, werden dort die Elemente zwar geladen, aber dann einfach nur nicht dargestellt.

    • avatar Alex says:

      Kleiner Edit zu meinem Post (akuteller Anlass sozusagen, direkt editieren geht ja leider nicht):

      heise.de/-1787511

  7. avatar Dennis Moore says:

    Ich habe beide Artikel gelesen und kann die Sichtweise des Inhaltsschaffenden durchaus verstehen. Aber einiges stößt mir dann doch sauer auf:

    1. Der implizierte Vorwurf dass Werbeblockernutzer etwas illegales oder verwerfliches tun, bzw. gegen irgendwelche imaginären Verträge (Inhalt gegen Werbung) verstoßen.
    – Das ist meiner Meinung nach schlichter Blödsinn. Ich kann vor dem Betreten der Seite (URL eintippen, ENTER drücken, Seite laden) nicht erkennen dass ich für die Lektüre der Inhalte irgendwelche Werbeeinblendungen akzeptieren muss. Mir ist auch noch keine Seite untergekommen die mich vor der Anzeige ihrer Inhalte darauf hinweist dass ich meinen Adblocker deaktivieren soll, obwohl es technisch möglich wäre. Wenn Hinweise erscheinen, dann immer parallel zur Anzeige der Inhalte. Erschleichen von irgendwelchen Leistungen is nich.

    2. Grundaussage: Werbung ist notwendig um redaktionelle Inhalte zu finanzieren
    – Glaub ich nicht. Es ist nur notwendig weil den Unternehmen nichts besseres einfällt. Früher war DRM-Musik auch angeblich notwendig, weil die Unternehmen ziemlich ratlos waren wie sie sonst ihr Geld verdienen sollten. Mittlerweile gehts auch ohne. Das kann und muß auch beim Thema Werbung gehen.
    Ansonsten hieße das ja in Konsequenz, dass wenn von heute auf morgen sämtliche Firmen ihre Werbeaktivitäten im Web einstellen würden, binnen 30-60 Tagen 90% des Internets mangels Finanzierung verschwunden wären. Es sind meiner Meinung nach einfach neue Modelle nötig redaktionelle Inhalte zu finanzieren. Aber dafür müsste man erstmal den Wert solcher Inhalte kennen. Kostenlos durch Werbeeinblendungen hat fast jeder Inhalt einen mindestens so hohen Wert, dass man ihn liest. Aber was, wenn Artikel, Rubriken oder sogar ganze Seiten etwas kosten? Dann wird erst wirklich deutlich wie wertvoll redaktionelle Inhalte wirklich sind, und erst dann wird die Redaktion auch wirklich wissen ob sie gut oder schlecht arbeitet.
    Man könnte dort mal ansetzen und ein Mini-Angebot frei zugänglich machen. Vollständige Inhalte müssen dann aber per Mikrotransaktion oder Abo bezahlt werden.
    So bekäme man wirklich mal ein Gefühl dafür welchen Wert jener Inhalt hat den eine Redaktion fabriziert.

    Und noch eine kleine Anmerkung zu einer falschen Annahme zu AdBlock: AdBlock verhindert in den seltensten Fällen das Laden von Werbung. Es verhindert lediglich die Darstellung der Werbung nachdem sie geladen wurde. Ein Studium der Blocklisten wird das belegen. Das Allermeiste darin sind Hiding-Rules und nicht Block-Rules. Sollte Werbung nach Auslieferung bezahlt werden, wird sie das in den meisten Fällen auch bei Adblock-Nutzern. Wird sie hingegen nach Darstellung auf dem Bildschirm oder nach Klickzahlen bezahlt, dann nicht.

  8. avatar Krizz says:

    Wenn ich eine Seite als „nicht nervenzerreissend“ eingestuft habe was ihre Werbung angeht und absehbar ist das ich diese öfter besuchen werde, schalte ich den AdBlocker meist aus.

    Ich gebe meinen Vorrednern recht: Wenn eine Seite zu aggresiv wirbt besuche ich sie A) garnicht mehr oder schalte B) den AdBlocker ein.

    Lösung: Ihr ach so kreativen Werber, lasst euch etwas einfallen mich einzulullen. Gutes Beispiel dazu: Werbung vor YouTube Clips… mann, da hab ich mich schnell dran gewöhnt! ;-]