Fünf nervige Voice-Chat-Typen

Gibt's aus gutem Grund: Mute-Tasten

Die Idee zu diesem Blogeintrag kam mir, weil ich letztens mal wieder eine Runde Battlefield: Bad Company 2 gespielt habe, um mein neues 5.1-Headset (An dieser Stelle vielen Dank an meine Freundin für dieses super Geburtstagsgeschenk!) im Spiel mit dem besten Sound aller Zeiten – naja, bis zum Release von Battlefield 3 zumindest – richtig auszulasten.

Wie es der Zufall so will, wurde ich nur mit einem Engländer in ein Team zusammengewürfelt. Da die gegnerische Mannschaft auch nur 2 Spieler hatte, entwickelte sich trotzdem eine recht ausgeglichene Partie.
Viel bemerkenswerter fand ich aber die Tatsache, wie mein Mitspieler den Sprachchat nutze, denn sowas bin ich besonders bei Shootern nicht gewohnt. Er blieb stets freundlich und unaufgeregt, bedankte sich (»Thanks for the ammo, mate!«), gab Tipps (»Careful, sniper in the first building on the left.«) und lobte (»Well done, mate. Let‘s make sure they don‘t disarm it again.«).
Kurz gesagt, es war einer der wenigen Momente, wo ich nicht versucht war, den Voice-Chat sofort zu deaktivieren, da mich die Mitspieler nervten. Deshalb hier meine persönliche (wahrscheinlich unvollständige) Typisierung der nervigen Mitspieler mit Sprachchat:

Das Kreisch-Kiddie
Muss alles in seiner Pre-Stimmbruch-Stimme kommentieren, was ihm passiert: »Aarrrg, sniper! You dumb fuck!«; »Yeahh, got‘ya, you motherfucking camper biatch!«. Dabei achtet er aber penibel darauf, dass niemand anderem im Team seine Ansagen etwas bringen: Warnungen oder Positionsangaben über Scharfschützen oder Camper erwartet man vergebens.
Besonders nett finde ich immer die blitzschnellen Stimmungsänderungen. Erwischt er einen Gegner, fühlt er sich wie der König, nur um zwei Sekunden danach bei eigenem Ableben in wütendes Geschrei auszubrechen.

Der Fremdsprachler
Er hat nicht verstanden, dass nicht alle Leute auf dem Server seine Sprache sprechen. Er labert also ohne Unterlass in Französisch, Italienisch, Polnisch, o.ä. Wenn man Glück hat, dann erbarmt sich einer zu einem »Shut up or turn your mic off, we don‘t speak your language!« Hat man noch mehr Glück, dann versteht der Fremdsprachler das sogar und bewahrt daraufhin Funkstille.

Der Musikant
Hört gerne Musik beim Spielen. Offenbar hat ihm aber noch keiner gesagt, dass sein Mikro »voice activated« ist, also Lady Gagas »Pokerface« in Dauerschlafe überträgt. Das wäre gar nicht so schlimm, aber bei den anderen Spielern kommen nur in Intervallen zweisekündige Fetzen der Musik an. Die Mitspieler hören also nur den Sound einer Schallplatte mit Sprung.
Der Musikant Stufe 2 summt oder singt sogar noch mit, damit die Mitspieler doppelt unterhalten werden.

Der Familienmensch
Er ist das lebende Beispiel, dass Videospiele längst nicht mehr von pickligen Nerds im Keller gespielt werden. Nein, Papi spielt vor dem Abendessen noch schnell eine Runde Black Ops, während die Kinder durchs Wohnzimmer toben. Deren Geschrei wird dann per Sprachkanal in die ganze Welt übertragen.

Der Gourmet
Er ist der Genießer unter den Spielern. Eine Runde Deathmatch lässt sich nur mit einer wohl temperierten Flasche 2011‘er »Château de Coca-Cola« und Tacos auf Käsebett goutieren. Sein Headset hat er nur, damit die restlichen Mitspieler die Schmatz-, Glucks- und Rülpsgeräusche hören können. Fortgeschrittene Gourmets übertragen auch noch das Knistern der Chipspackung.

Natürlich sind die Übergänge zwischen alle Typen fließend und sie können auch miteinander kombiniert werden. Der essende Musikant ist auch beispielsweise auch auf den Servern da draußen anzutreffen. Genauso wie der Fremdsprachler mit Familie.

Permalink

5 Responses to Fünf nervige Voice-Chat-Typen

  1. avatar Niteowl says:

    Ich hab mir damals aufgrund eines Blog-Tipps Deiner Freundin ein Plantronics-Headset gekauft. Bin eigentlich sehr zufrieden, aber es ist nur ein Stereo-Headset und ich glaube, es ist Zeit für ein Upgrade. Sagst Du mir, welches 5.1-Headset Du bekommen hast? Eventuell werde ich mir das dann auch zulegen.

    „Dauerschlafe“ (sic) passt übrigens perfekt zu Lady Gagas 0815-Bubblegum-Gedudel.

  2. avatar Petra says:

    Bis der Herr Weltraumer mal soweit ist … Also antworte ich statt seiner. Es handelt sich um das hier: http://tinyurl.com/3kh7627
    Daniel nutzt das allerdings nur für Konsolen.
    Ich habe das olle Plantronics, weil es dann doch echt mal zu oll wurde, gegen das hier eingetauscht: http://tinyurl.com/4xn3po6
    Auch sehr ordentlich.

  3. avatar weltraumer says:

    Petra hat die Frage ja schon beantwortet. Von mir aber noch ein kleines Fazit hinterher: Ich war echt überrascht, wie gut der Raumklang ist. Ein Hall-Effekt lässt einen denken, der Sound kommt tatsächlich aus der Ecke des Raumes. Besonders, da ich durch den hohen Tragekomfort nach wenigen Minuten vergesse, dass ich Kopfhörer aufhabe.

    Meine Kritikpunkte sind:
    1. Es gibt keinen Ausschalter für die Kopfhörer. Den Receiver kann man abschalten, für die Hörer muss man das Kabel ausstecken.
    2. Die Kabellänge ist nicht unbedingt wohnzimmertauglich. 1-2 Meter mehr wären schon nett gewesen.
    3. Es gibt keinen zweiten Eingang. Wer also PlayStation 3 und Xbox 360 anschließen will, muss immer umstöpseln.

  4. avatar Niteowl says:

    Hab keine Konsole, sondern konsumiere Spiele und Blu-rays nur am PC, deshalb habe ich Petras USB-Empfehlung gekauft (seit dem Plantronics vertraue ich ihr da blind). Konnte es heute testen – guter Klang und hoher Tragekomfort, was will man mehr? Bin sehr zufrieden.

  5. avatar Petra says:

    Ha, das freut mich!